Zur Geschichte

Am 28. November 1853 sprach der Bäckermeister Friedrich August Bretschneider mit anderen Einwohnern beim Bürgermeister Hartmann vor und unterbreitete den Vorschlag, einen gusseisernen Turm auf dem Löbauer Berg zu errichten.

Bereits Jahre vorher hatten engagierte Löbauer Bürger die Idee, auf dem Hausberg einen Turm zu errichten. Dies war bis dato nicht gelungen.

Herr Bretschneider stieß sowohl beim Bürgermeister als auch beim Stadtrat auf offene Ohren.

Nachdem alle dem Wunsch des Bauherren zugestimmt hatten, begann bereits im Januar 1854 das Abholzen des Platzes, die Verankerung tragender Säulen 8 Meter tief im Untergrund und der Bau eines Gerüstes.

Am 24.02.1854 stimmte König Friedrich August von Sachsen zu, dass der Turm seinen Namen tragen und das Sächsische Wappen angebracht werden darf.

Ab Anfang Juni 1854 erfolgte das Aufsetzen der Teile des Turmes und nach 2,5 monatiger Montagezeit öffnete Bretschneider am 09. September 1854 um 12.00 Uhr die Turmtür. Der Turm war der Öffentlichkeit übergeben.

Einige technische Daten:

  • Höhe des Turmes: 28 Meter
  • Durchmesser: 4 Meter
  • Achteckige Form
  • 4 Stockwerke im Inneren
  • 3 Galerien in 12, 18 und 24 Meter Höhe
  • 120 Stufen - Wendeltreppe
  • Verwendet wurden 1000 Einzelteile mit einem Gewicht von 70.000 kg
  • Architektur entspricht einem Neostil des 19. Jahrhunderts

Der Kostenanschlag belief sich auf eine Summe von 5.000 bis 5.500 Talern. Tatsächlich soll der Turm einschließlich der Erschließung und des Restaurants 25.000 Taler gekostet haben.

Bereits am 16. Juli 1854 wurde das Restaurant neben der Turmbaustelle eingeweiht. Bretschneider hatte außer der Zustimmung zum Bau des Turmes auch die Bewilligung zur Errichtung eines Gasthauses erhalten.

Gegen eine jährliche Gebühr von 3 Talern konnte er sowohl den Turm als auch das Restaurant bis zum Jahr 1870 uneingeschränkt vermarkten. Danach gingen die Baulichkeiten gegen eine Zahlung von 2.500 Talern in das Eigentum der Stadt Löbau über.

Im Jahr 1964 erfolgten erste Sanierungsarbeiten am Turm. Über 300 Einzelteile wurden neu gegossen und der Anstrich sowie die Vergoldung erneuert.

Herabstürzende Teile und Rosttreibungen erforderten im Frühjahr 1992 die Schließung des Turmes für den Besucherverkehr. Ein Gutachten besagte, dass nur die komplette Demontage eine sichere Sanierung gewährleistet. Am 9. September 1993 begann der Rückbau. Der Turm wurde in Einzelteile zerlegt. Alle tragenden Bauteile wurden neu gegossen.

Die Montage erfolgte etagenweise und pünktlich am 9. September 1994 öffnete 140 Jahre nach Friedrich August Bretschneider der damalige Ministerpräsident Sachsens, Kurt Biedenkopf, die Tür des Turmes erneut.